Sonntag, 22. November 2015

Gardinenkunst im cuba

Cuba curtain

Anja Kemker und Georg Hartung
cuba Foyer
20. November 2015 bis 20. Dezember 2015


Heimelig ist im Titel die neue Ausstellung im cuba Foyer, die Freitag eröffnet wurde. Cuba curtain, cuba Gardinen, nennen Anja Kemker und Georg Hartung ihre Ausstellung und zeigen, wie nicht anders zu erwarten, Gardinen. Gardinen, die in vielen Lagen vor einem Fenster hängen, Fotos von Fenstern, vor denen Gardinen hängen, ein Zelt aus Gardinen und Gardinenmuster, die über einen Tageslichtprojektor auf eine Wand projiziert werden.

Heimelig ist nur der Titel der Ausstellung. Die einzelnen Arbeiten machen nichts behaglich im Foyer. Der Raum bleibt die kalt und steril. Der Raum ist auch wirklich nicht leicht. Das sagen immer alle Kuratoren und Künstler, dass der Raum im cuba nicht leicht ist. Sie sagen es, damit das Scheitern nicht so weh tut und das Publikum Rücksicht auf die Künstler nimmt, die sich auch wirklich auf schwierigem Terrain bewegen.

So gab es auch kaum einmal eine Ausstellung in den letzten Jahren, die sich wirklich mit dem Raum beschäftigt hat und ihn als Aufgabe annahm. Die Meisten gucken einfach, ob sie ihren Standard ins cuba rein installieren können. UND SCHEITERN.

Ein Ausnahme war sicherlich die Installation der Künstergruppe JaePaes (2008??). Sie bauten die Reste eines Billigbäcker – Ladens ins Foyer und erzählten die Geschichte eines SB Bäckers, der in den heiligen Hallen des Kulturzentrums pleite ging. Überall lag nur noch der Müll des Ladens rum. JaePaes war einer der wenigen, die keine Angst vorm Scheitern hatten.

Jetzt aber Gardinen. Die Fotos von Anja Kemker zeigen den Blick aus einem alten Haus. Die Gardinen sind Sichtschutz und Deko. Das Gardinenzelt soll auch auf die Flüchtlingsströme und deren Leid hinweisen. Die Gardinen sind Schutz vor Kälte. Die Gardinen vor dem großen Fenster, in vielen Bahnen hinter einander gehängt, sind Vorhang und Raumtrenner. Alles nett ausgedacht, aber es haut einen nicht um. Gardinen sind heimelig und altbacken, aber nicht im cuba.

Wenn Kunst berühren soll, dann hat das leider bei mir nicht geklappt. Aber heißt ja nichts.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen